Hashimoto-Thyreoiditis
Hashimoto ist die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion und betrifft vor allem Frauen. Eine frühzeitige Diagnose und individuell angepasste Therapie ermöglichen ein beschwerdefreies Leben.
Auf einen Blick
Häufigkeit:
5-10% der Bevölkerung, Frauen 10x häufiger
Erkrankungsalter:
Meist zwischen 30 und 50 Jahren
Verlauf:
Chronisch, gut behandelbar
Diagnose:
Bluttest (TSH, fT3, fT4, Antikörper)
Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?
Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem die Schilddrüse angreift. Dies führt zu einer chronischen Entzündung und langfristig zu einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose).
Die Schilddrüse produziert lebenswichtige Hormone, die den gesamten Stoffwechsel steuern. Bei einer Unterfunktion verlangsamt sich der Stoffwechsel, was zu vielfältigen Beschwerden führt.
Symptome
Die Symptome entwickeln sich oft schleichend über Monate oder Jahre. Viele Betroffene gewöhnen sich an die Beschwerden, ohne die Ursache zu kennen:
Typische Symptome:
- Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
- Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung
- Kälteempfindlichkeit
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- • Trockene Haut und brüchige Haare/Nägel
- • Verstopfung
- • Depressive Verstimmungen
- • Zyklusstörungen bei Frauen
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Mehrere Faktoren spielen zusammen:
- Genetische Veranlagung: Familiäre Häufung bei Autoimmunerkrankungen
- Geschlecht: Frauen sind etwa 10x häufiger betroffen
- Hormonschwankungen: Oft Beginn nach Schwangerschaft oder in den Wechseljahren
- Stress: Kann Ausbruch oder Verschlechterung begünstigen
- Mikronährstoffmängel: Selen, Zink, Vitamin D, Eisen
- Andere Autoimmunerkrankungen: Erhöhtes Risiko bei Diabetes Typ 1, Zöliakie
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus Blutuntersuchung und Ultraschall:
- TSH-Wert: Bei Unterfunktion erhöht
- Freie Schilddrüsenhormone (fT3, fT4): Bei Unterfunktion erniedrigt
- Schilddrüsen-Antikörper: TPO-AK und Tg-AK typischerweise erhöht
- Ultraschall: Typisches inhomogenes, echoarmes Bild
In unserer Praxis führen wir eine umfassende Schilddrüsendiagnostik mit moderner Sonographie durch.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die fehlenden Schilddrüsenhormone zu ersetzen und die Lebensqualität wiederherzustellen:
Hormonsubstitution
Die Standardtherapie ist die tägliche Einnahme von L-Thyroxin (T4):
- • Einnahme morgens nüchtern, 30 Min. vor dem Frühstück
- • Dosierung individuell angepasst
- • Regelmäßige Laborkontrollen alle 6-12 Monate
- • Bei manchen Patienten: Kombination mit T3
Ganzheitliche Begleittherapie
Ergänzende Maßnahmen können das Wohlbefinden verbessern:
- • Mikronährstoffe: Selen, Zink, Vitamin D, Eisen optimieren
- • Ernährung: Glutenreduktion kann bei manchen helfen
- • Stressmanagement: Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf
- • Bewegung: Moderate Ausdauer- und Krafttraining
Wann zum Arzt?
Bitte zeitnah einen Termin vereinbaren:
- • Anhaltende Müdigkeit ohne erkennbare Ursache
- • Unerklärliche Gewichtszunahme
- • Schilddrüsenerkrankungen in der Familie
- • Bekannte Hashimoto mit neuen Beschwerden
- • Nach Schwangerschaft: Anhaltende Erschöpfung
Häufig gestellte Fragen
Schilddrüsen-Diagnostik
Umfassende Labordiagnostik und Ultraschall in unserer Hausarztpraxis.
Mehr erfahren →Mikronährstoff-Analyse
Optimierung von Selen, Zink, Vitamin D und anderen wichtigen Nährstoffen.
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